Geld

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historisches

6.000 vuZ Verwendung von Silber als Geld
5.000 vuZ Kupferbarren als Zahlungsmittel)
3.000 vuZ Verwendung von Gold als Geld
3.000 vuZ andere Geldarten und Kontoführung
550 vuZ Prägung von Kupferbarren in Rom unter Servius Tullius

Definition

Geld ist jene Ware, die man gegen jede andere Ware ein- und austauschen kann. Das Austauschen einer Ware gegen Geld entspricht dem Vorgang W ⇔  G (Verkaufen), das Eintauschen einer Ware dem Vorgang G ⇔ W (Kaufen), immer aus der Sichtweise jener Person, die auf der linken Seite des symbolisierten Tauschvorganges steht. Geld kann gar nichts anderes sein als eine reale Menge, da man nur diese gegeneinander tauschen kann. Man keine Größen gegeneinander tauschen! Versuchen Sie einmal Masse gegen Volumen (10 Gramm gegen 5 Liter), oder Temperatur gegen Zeit (25° C gegen 1 Stunde) zu tauschen – das geht nicht! Größen beschreiben die Eigenschaften realer Mengen – und nur diese sind gegeneinander aus- und eintauschbar!

bestätigenden Ansichten

„Der Geldbegriff ist über die Funktion des Geldes zu bestimmen.” Karsten Schmidt, zit in Kratzmann, S. 17, Fußnote 23, S. 24

Herr Schmidt hat Recht. Denken Sie an ,Gold zu Geld machen‘. Wird Gold als jene Ware genommen, die man gegen jede andere Ware tauschen kann, dann wird Gold zu Geld. Nimmt man Silber, dann ist Silber Geld, nimmt man beide, hat man ein bimetallisches Geldsystem, nimmt man Papier, dann hat man ein Papiergeldsystem. Der Begriff ‚Geld’ bezeichnet also jenes Produkt, das gegen jedes andere Produkt ein- und ausgetauscht werden kann. Der Geld-Begriff beruht daher auf den funktionalen Eigenschaft eines Produktes, ist also nur im Zusammenhang mit dem Austausch zweier Produkte zu verstehen. Gold allein ist kein Geld, genausowenig wie Salz oder Papier. Erst wenn es viele Menschen als jene Ware anerkennen, welches sie gegen die eigenen Produkte eintauschen (W1 ⇔ G1), um es beim nächsten Produzenten gegen dessen Produkte wieder auszutauschen (G2 ⇔ W2) wird aus dem Produkt Geld.

Geld erleichtert den Austausch

Bereits in der frühen Menschheitsgeschichte gab es eine hochentwickelte Arbeitsteilung und Spezialisierung, welche den gegenseitigen Austausch der hergestellten Produkte notwendig machte. Der Austausch erfolgte zunächst direkt, also Produktmenge P1 gegen Produktmenge P2, z.B. 10 kg Kartoffeln gegen 1 Liter Bier. Mit der Zeit wurden bestimmte Produkte zum Austausch gegen jedes andere Produkt gesellschaftlich anerkannt. Bei den Russen Marderfelle, bei den Lappen Pelze, bei den Eskimos Rentiere, den Persern und Griechen Rinder, bei den Germanen Pferde und später sogar Salz. Für die Goldrüstung des Glaukos erhielt der Goldschmied 100 Rinder. Da Rinder und Pferde schlecht teilbar sind, um damit kleine Warenmengen zu bezahlen, wurden Metalle zur Bezahlung einer Produktmenge P eingesetzt: Gold, Silber und Kupfer. Diese waren gut teilbar und in verschiedenen Größen herstellbar. Der biblische Jakob wurde von seinen Brüdern z.B. gegen 20 Silberstücke in die ägyptische Sklaverei verkauft. Der Weg zur gleichartigen Stückelung, also z.B. Goldmünzen von gleichem Gewicht und gleicher Reinheit war fast zwangsläufig. Die Stempelung sollte die gleichbleibende Qualität der Münzen garantieren. Leider wußte man damals noch Nichts von den ökonomischen Größen, so daß sich der Begriff des Nominalwertes einschlich, der bis heute Bestand hat. Nominal leitet sich von Zahl ab, die Gold und Silberstücke konnte man also gut zählen, addieren und subtrahieren. Der Nominalwert hat aber überhaupt nichts mit dem Produktwert einer Münze zu tun, was wir später noch mehrfach beweisen werden. Es ist nicht genau bekannt, wo solche genormten Metallstücke erstmalig als Geld verwendet wurden. Historische Quellen deuten aber auf Mesopotamien, Ägypten, China und Palästina hin, also jene Gebiete, wo Arbeitsteilung und Spezialisierung besonders weit entwickelt waren, viele Produkte hergestellt wurden und ausgetauscht werden mußten. Seit dem frühen 3. Jahrtausend wird Gold und Silber in Form von Barren als Geld in ägyptischen und sumerischen Urkunden erwähnt. D Raabe, S. 111
Mit der Arbeitsteilung war jeder Mensch gezwungen, die von ihm selber hergestellten Produkte gegen jene Produkte zu tauschen, die zwar ein anderer hergestellt hat, welche man aber zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse braucht: P1 ⇔ P2.
Da mit den neuen, landwirtschaftlichen Produktionsmethoden genug Nahrung auch für jene hergestellt werden konnte, die mit der eigentlichen Nahrungswirtschaft nichts mehr zu tun hatten, konnten Menschen anfangen Häuser zu bauen und Bergbau zu betreiben. Anfangs diente der Bergbau der Gewinnung von Baustoffen, vor ca. 5.000 Jahren begann in Ägypten der Gold- und Kupferbergbau. CdE, S. 492
Um das weitere Verständnis zu erleichtern, definieren wir einmal die Begriffe Geld und Ware:
Eine Ware ist jenes Produkt, das gegen ein anderes Produkt getauscht wird. Wenn P1 gegen P2 getauscht wird, werden beide Produkte im Moment des Austausches zu einer Ware. Nach dem Austausch (Besitz- oder Eigentumswechsel) gehen die Produkte wieder in ihren Produktstatus über.
Geld ist jene Ware, die man gegen jede andere Ware tauschen kann. Der direkte Austausch zweier Produkte P1-P2 zerfällt damit in die beiden Vorgänge P1-G und G-P2.
Je nach wirtschaftlicher Entwicklungsstufe dienten verschiedene Waren als Geldware: Rinder, Getreide, Salz, Metalle, …
Der biblische Jakob wurde als junger Mann mit Vieh entlohnt. Josef wurde von seinen Brüdern für 20 Silberstücke als Sklave an die Ägypter verkauft. Möglicherweise wurde Silber bereits bei den Sumerern (ca. 6.000 vuZ) als Geld verwendet. Metalle, S. 111
Gold und Silber wurden aufgrund ihrer Eigenschaften zur Geldware: hohe chemische Beständigkeit, gute Teilbarkeit und ihr hoher Produktwert. Aber es waren die Produzenten, die ihre Produkte bereitwillig gegen Gold und Silber (P-G) tauschten, da sie das Edelmetall zu einem späteren Zeitpunkt wieder bei jedem anderen Produzenten gegen dessen Produkt tauschen konnten (G-P). Durch den hohen Produktwert von Gold und Silber waren die Edelmetalle ideale Mittel zur Akkumulation von Produktwert und zum produktwertäquivalenten Austausch.

historische Ansichten

„Es ist erstaunlich, wie wenig das Geld eine adäquate wissenschaftliche Behandlung erfahren hat. Die Juristen gehen ziemlich stiefmütterlich mit ihm um. Die Volkswirtschaftler sind ebenfalls nicht bereit, es fachübergreifend zu untersuchen. Die Folge ist, daß der Versuch einer interdisziplinären Sicht auch wegen der pressemäßigen Fachabschottung schwer zu publizieren ist.“ HK, S.9
„Den Juristen interessieren eher Beschreibungen wie Geldarten und Geldfunktion; für den Ökonomen stellt sich das Geld als makroökonomische Größe dar. Dabei sind Verträge und das Schuldrecht, aus denen der Bedarf an und die Nachfrage nach Geld entstehen, zentrale Punkte der Juristen, woraus wiederum die ökonomischen Konsequenzen für die Schöpfung von Zahlungsmitteln entstehen.“ HK, Umschlagrückseite

Geld ist eine reale Menge und kann daher keine Größe sein!

Querverweise

siehe Artikel Geld in der oldEcon
siehe Artikel Geld in der konsIkon
siehe Artikel Geldtheorie im Lexoekon